Simchat Tora gilt im Judentum als einer der fröhlichsten Feiertage des hebräischen Kalenders. An diesem besonderen Tag wird gefeiert, dass der jährliche Lesezyklus der Tora abgeschlossen wird und direkt wieder von vorne beginnt. Es ist ein Fest der Freude, der Musik, des Tanzes und der Verbundenheit mit der Tora.
Die Tora wird vorgelesen
Jede Woche wird am Schabbat in der Synagoge ein Abschnitt aus der Tora vorgelesen. Ein solcher Abschnitt wird Parascha oder Sidra genannt. Das Wort Parascha bedeutet wörtlich „Abschnitt“ oder „Teil“. Die Tora besteht aus fünf Büchern und ist in 54 Wochenabschnitte unterteilt. Da es mehr Abschnitte als Wochen im Jahr gibt, werden in manchen Jahren bestimmte Abschnitte miteinander verbunden und gemeinsam gelesen. Ein Beispiel ist Bereschit, der erste Abschnitt der Tora. Er reicht von Genesis 1:1 bis Genesis 6:8.
An Simchat Tora wird der jährliche Lesezyklus auf besondere Weise abgeschlossen. Zunächst wird der letzte Abschnitt des Deuteronomiums (Dewarim auf Hebräisch) gelesen. Direkt danach beginnt man wieder mit dem ersten Abschnitt der Genesis, Beresjiet. So endet der Zyklus und beginnt gleichzeitig ein neuer.
Die letzte Sidra
Die Tora ist so eingeteilt, dass die fünf Bücher im Laufe des Jahres vollständig gelesen werden. An Simchat Tora wird deshalb der letzte Abschnitt des Deuteronomiums gelesen und damit der jährliche Lesezyklus abgeschlossen. Doch bei diesem Fest geht es nicht nur um das Ende. Direkt danach beginnt man wieder mit Bereschit, dem ersten Abschnitt der Genesis. Gerade diese Verbindung von Abschluss und Neubeginn verleiht Simchat Tora seine besondere Bedeutung.
Der Name Simchat Tora bedeutet wörtlich „Freude an der Tora“. Der Feiertag steht daher ganz im Zeichen der Freude über die Tora und darüber, einen neuen Lesezyklus beginnen zu dürfen.
Ein neuer Weg
Nach jüdischer Tradition markiert Simchat Tora den Beginn eines neuen Zyklus. Der Feiertag bildet den Abschluss einer Zeit, in der mehrere wichtige jüdische Feiertage aufeinanderfolgen. Nach der Zeit der Besinnung und Vergebung rund um Rosch Haschana und Jom Kippur folgt Sukkot, das Laubhüttenfest. Auch bei Sukkot steht die Freude im Mittelpunkt. Simchat Tora bildet den Abschluss dieser besonderen Zeit mit einem ausgelassenen Fest zu Ehren der Tora. Damit ist Simchat Tora ein schöner Moment, um nicht nur auf das Vergangene zurückzublicken, sondern auch nach vorne zu schauen und einen neuen Zyklus zu beginnen.
Tanzen im Kreis
Einer der bekanntesten Bräuche an Simchat Tora sind die Hakafot. Bei dieser Zeremonie werden die Torarollen aus dem Toraschrein genommen. Singend und tanzend werden sie durch die Synagoge und rund um die Bima, die erhöhte Lesebühne der Synagoge, getragen. Traditionell finden sieben Hakafot statt. Die Torarollen werden dabei mit großer Sorgfalt und Ehrfurcht getragen, während die Menschen gemeinsam singen, tanzen und feiern. Die kreisförmige Bewegung symbolisiert unter anderem, dass die Tora keinen wirklichen Anfang und kein Ende hat. Sobald die letzten Worte gelesen sind, beginnt man direkt wieder am Anfang.
In der Synagoge
Die Feier beginnt in der Synagoge. Die Torarollen werden aus dem Heiligen Schrein (Aron Kodesch) genommen und während der Hakafot durch die Synagoge getragen. Rund um die Bima wird gesungen und getanzt, wobei Menschen unterschiedlichen Alters gemeinsam an der Feier teilnehmen. An diesem Tag herrscht in vielen Synagogen eine besonders festliche Atmosphäre. Die Tora wird nicht nur gelesen und studiert, sondern regelrecht gefeiert.
Auch zu Hause und auf der Straße
Die Freude an Simchat Tora bleibt nicht immer auf die Synagoge beschränkt. Besonders in Israel können die Feierlichkeiten auch auf der Straße weitergehen. Menschen singen, tanzen und feiern gemeinsam mit Familie, Freunden und ihrer Gemeinschaft. Für Nati ist Simchat Tora ein schönes Beispiel für den besonderen Stellenwert, den die Tora im jüdischen Leben einnimmt. Ein Text, der das ganze Jahr über gelesen und studiert wird, ist an diesem Tag der Anlass für einen der fröhlichsten Momente des jüdischen Jahres.
Vom letzten Vers des Deuteronomiums direkt zum ersten Vers der Genesis: Der Tora-Lesezyklus endet nie wirklich. Er beginnt immer wieder von Neuem.
Für zu Hause
Auch zu Hause lässt sich die festliche Stimmung von Simchat Tora fortsetzen. Der Segal – Trockener Rotwein 75 cl ist ein israelischer Rotwein aus einer Mischung der israelischen Argaman-Traube mit Merlot und Syrah.
Für einen besonderen Anlass ist der Recanati – Special Reserve Red 75cl eine schöne Wahl. Dieser Wein wird aus einer Mischung hergestellt, die von Ernte zu Ernte variiert, aber immer auf mediterranen und klassischen Bordelaise-Rebsorten basiert.

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