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Jom Kippur – Was ist der Versöhnungstag? | Jüdische Feiertage kennenlernen

3 Sep 2026
durch Nati

Jom Kippur ist der heiligste Tag im Judentum. Es ist ein Tag der Besinnung, des Gebets, des Fastens, der Reue und der Vergebung. Frei übersetzt bedeutet Jom Kippur „Versöhnungstag“. An diesem besonderen Tag reflektieren jüdische Menschen über ihr Verhalten im vergangenen Jahr und über ihre Beziehung zu Gott und zu ihren Mitmenschen. An Jom Kippur fasten viele jüdische Erwachsene etwa 25 Stunden lang. Dem Körper werden bewusst bestimmte körperliche Bedürfnisse und Annehmlichkeiten vorenthalten. Dadurch verschiebt sich die Aufmerksamkeit vom Körperlichen hin zum Geistigen und es entsteht Raum für Gebet, Besinnung und eine tiefere Verbindung zu Gott.

In der Tora ist an Jom Kippur davon die Rede, dass man „seine Seele kasteien“ soll. In der jüdischen Tradition wird dies anhand von fünf Enthaltungen erklärt, die an diesem Tag gelten. Sie sollen dabei helfen, Abstand von körperlichem Komfort zu nehmen und sich stärker auf Besinnung und Spiritualität zu konzentrieren. Das ganze Jahr über gehen jüdische Menschen bewusst mit den Bedürfnissen ihres Körpers um. An Jom Kippur verzichten sie absichtlich darauf. Indem sie vorübergehend auf Essen, Trinken und andere körperliche Annehmlichkeiten verzichten, richtet sich die Aufmerksamkeit stärker auf die Seele und auf die Beziehung zu Gott.

Das Fasten an Jom Kippur basiert auf einem ausdrücklichen Gebot der Tora. Jom Kippur fällt auf den zehnten Tag des jüdischen Monats Tischri, zehn Tage nach Rosch Haschana. Im Jahr 2026 beginnt Jom Kippur bei Sonnenuntergang am Sonntag, den 20. September, und endet nach Sonnenuntergang am Montag, den 21. September.

Die „Versöhnung mit Gott“ steht an diesem besonderen Tag im Judentum im Mittelpunkt. Jom Kippur ist kein Trauertag, sondern vielmehr ein heiliger Tag, der im Zeichen von Versöhnung, Vergebung und einem Neuanfang steht. Nach jüdischer Tradition ist es ein Moment, in dem sich die Menschen besonders intensiv auf Gott ausrichten, ihr eigenes Verhalten hinterfragen und um Vergebung bitten. Jom Kippur wird außerdem mit der Geschichte von Moses verbunden, der nach seinem Aufenthalt auf dem Berg Sinai mit den zweiten Steintafeln des Bundes hinabstieg.

Was ist der Ursprung von Jom Kippur?

Der zehnte Tag des Monats Tischri wird in der Tora als Versöhnungstag bezeichnet. Jom Kippur wird unter anderem in Levitikus und Numeri beschrieben. Dort wird der Tag mit Versöhnung, dem Verzicht auf Arbeit, Fasten und dem Opferdienst verbunden, der zur Zeit des Tempels stattfand. In Levitikus 16 wird beschrieben, wie an diesem besonderen Tag für das Volk Sühne geleistet wurde. Dieser Text bildet eine wichtige Grundlage für die Bedeutung von Jom Kippur als Tag der Versöhnung und Reinigung. Heute finden die wichtigsten Bräuche von Jom Kippur in der Synagoge und zu Hause statt. Gebet, Besinnung, Fasten und das Bitten um Vergebung stehen im Mittelpunkt.

Mizwot und Bräuche an Jom Kippur

Das Ziel von Jom Kippur ist es, Abstand von körperlichem Komfort zu nehmen und sich so weit wie möglich auf Gebet, Besinnung und die Beziehung zu Gott zu konzentrieren. Neben den fünf besonderen Enthaltungen gelten an Jom Kippur auch die Regeln des Ruhetages, ähnlich wie am Schabbat. So sind unter anderem das Entzünden von Feuer und verschiedene Formen von Arbeit verboten. Es gibt fünf wichtige Enthaltungen, die besonders mit Jom Kippur verbunden sind.

1. Verbot von Essen und Trinken

An Jom Kippur wird gefastet: Es wird weder gegessen noch getrunken. Dies ist die bekannteste und wichtigste Enthaltung dieses Tages. Das Fasten dient nicht nur als Ausdruck der Reue. Es hilft auch dabei, Abstand von körperlichen Bedürfnissen zu nehmen und die Aufmerksamkeit auf Gebet, Besinnung und Spiritualität zu richten.

Das Fasten beginnt mit dem Beginn von Jom Kippur und endet nach Sonnenuntergang am folgenden Tag. Es dauert ungefähr 25 Stunden. Für Kinder, ältere Menschen und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten können, gelten Ausnahmen. Die Gesundheit geht immer vor. Bei Unsicherheit ist es wichtig, ärztlichen Rat und den Rat eines qualifizierten Rabbiners einzuholen.

2. Verbot des Badens

An Jom Kippur ist Waschen oder Baden zum Vergnügen nicht erlaubt. Auch dadurch wird bewusst auf körperlichen Komfort verzichtet. Das bedeutet nicht, dass man sich überhaupt nicht waschen darf. Wenn ein Körperteil schmutzig geworden ist oder das Waschen aus einem anderen zulässigen Grund notwendig ist, gelten Ausnahmen. Es geht vor allem darum, das Waschen als Form von Komfort oder Genuss zu vermeiden.

3. Verbot von Salben und Cremes

An Jom Kippur ist es nicht erlaubt, Öl, Cremes oder Lotionen auf den Körper aufzutragen, wenn dies der Pflege oder dem persönlichen Komfort dient. Aus medizinischen Gründen gelten Ausnahmen. Eine medizinische Notwendigkeit steht selbstverständlich über den Fastenregeln und anderen Enthaltungen.

4. Verbot von Lederschuhen

An Jom Kippur werden keine Lederschuhe getragen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Gedanken, den körperlichen Komfort an diesem Tag so weit wie möglich einzuschränken. Daher tragen viele Menschen einfache Schuhe oder anderes Schuhwerk ohne Leder. Dabei geht es nicht darum, buchstäblich den Boden zu spüren, sondern darum, den Komfort und Luxus von Lederschuhen zu vermeiden.

5. Verbot ehelicher Intimität

Während Jom Kippur ist eheliche Intimität nicht erlaubt. Auch dies gehört zu den fünf körperlichen Annehmlichkeiten, auf die an diesem Tag verzichtet wird. Das Ziel dieser Enthaltungen ist es, die Aufmerksamkeit vorübergehend von körperlichem Genuss wegzulenken und Raum für Gebet, Besinnung und die spirituelle Bedeutung von Jom Kippur zu schaffen.

Gott näherkommen, indem der Seele Raum gegeben wird

Die fünf Enthaltungen an Jom Kippur beziehen sich alle auf körperlichen Komfort. Indem man vorübergehend darauf verzichtet, entsteht nach jüdischer Tradition mehr Raum für die Seele. Jom Kippur ist ein Tag, an dem sich die Menschen intensiv mit ihrer Beziehung zu Gott, ihrem eigenen Verhalten und ihrer Lebensweise auseinandersetzen. Das Fasten und die anderen Enthaltungen sind dabei kein Selbstzweck. Sie helfen vielmehr dabei, die Aufmerksamkeit vom Körperlichen auf das Geistige zu lenken.

Weitere Bräuche

In einigen jüdischen Gemeinden tragen Menschen an Jom Kippur weiße Kleidung. Weiß steht dabei symbolisch für Reinheit und Sauberkeit. Es kann auch an das Bild von Engeln erinnern, die keine körperlichen Bedürfnisse haben. Manche Menschen verzichten an Jom Kippur außerdem auf das Tragen von Goldschmuck. Dies wird mit der Geschichte vom goldenen Kalb in der Wüste in Verbindung gebracht.

Ein weiterer Brauch, der vor Jom Kippur praktiziert wird, ist Kapparot. Dabei wird symbolisch über Sünde und Versöhnung nachgedacht. In einigen Gemeinden wird dafür Geld verwendet, das anschließend für wohltätige Zwecke gespendet wird. Traditionell wurde dafür auch ein Huhn verwendet. Die Bräuche unterscheiden sich jedoch je nach Gemeinde.

Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf Jom Kippur ist die letzte Mahlzeit vor dem Fasten. Diese Mahlzeit wird häufig leicht, aber nahrhaft gehalten. Viele Menschen trinken ausreichend Wasser und wählen gut verdauliche Speisen, damit sie möglichst gut auf das Fasten vorbereitet sind. Schwere oder sehr salzige Speisen und Alkohol werden häufig vermieden. Vor Beginn von Jom Kippur zünden Frauen traditionell Kerzen an und sprechen den dazugehörigen Segen. Außerdem wird in vielen Familien eine Gedenkkerze angezündet. Diese Kerze brennt während Jom Kippur und erinnert an verstorbene Familienangehörige.

Für Nati ist gerade die Verbindung von Besinnung, Familie und Tradition charakteristisch für Jom Kippur. Aus seiner israelischen Herkunft heraus findet er es besonders schön, zu erklären, was hinter diesen Bräuchen steckt. Auch wenn sich die genauen Traditionen je nach Familie und Gemeinde unterscheiden können, steht bei Jom Kippur überall derselbe Gedanke im Mittelpunkt: innezuhalten, um Vergebung zu bitten, Versöhnung zu suchen und bewusst einen Neuanfang zu machen.

Für zu Hause nach dem Fasten

Der Barkan 7th Day Sacramental (Kinor) ist ein köstlicher süßer Rotwein aus Israel und eignet sich hervorragend für den Abschluss von Jom Kippur und die Havdala nach dem Fasten.

Der Elite Kaffee (Instant) 200g ist ein beliebter israelischer Instantkaffee mit einem milden, leicht süßen Geschmack – ideal, um nach dem Fasten eine warme Tasse Kaffee zu genießen.

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